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{ FANTASY ODER REALITÄT? }

Montag, 29. August 2016 | |
Als ich vor kurzem wieder mit dem Schreiben angefangen habe, stand ich vor der großen Frage, in welchem Genre ich mein erstes neues Romanprojekt ansiedeln möchte. Früher habe ich sehr viele Kurzgeschichten aus dem Genre Drama geschrieben. Ich liebte es das Leid zu zeigen und die wahren Gefühle, ohne viel Hokus Pokus. Dennoch war der Großteil meiner damals begonnen Romanprojekte im Bereich Fantasy einzuordnen.

Nun stand ich also vor der Entscheidung. Drama oder Fantasy? Oder vielleicht doch mein letztes Projekt aus dem Genre Dystopie aufgreifen?

Aufgrund meines Hangs zum Drama, entschied ich mich schließlich dazu, mich für meinen neuen Einstieg in die Schreibwelt in diesem Bereich niederzulassen, da ich mir erhoffte, dass es mir leichter fallen würde, als gleich wieder mit Fantasy anzufangen.
Nun, nach acht Monaten, 34.000 geschriebenen Wörtern und mehreren geplotteten Seiten bin ich mir unsicher, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Mir fällt es schwer, meine eigene Story zu akzeptieren und nicht als „Das ist doch eigentlich total langweilig weil da passiert ja nicht viel außer das reale Leben und etwas Drama hier und da“. Im Fantasy Genre hat man keine wirklichen Grenzen. Alles kann passieren und so viel ist möglich. Es gibt Kämpfe, Magie, spannende actionreiche Plottwists, aber so ist das Leben nun einmal nicht.

Ich lese gerne Bücher die nichts mit Fantasy zu tun haben und einige Male wurde ich schon enttäuscht, aber meistens finde ich die Bücher trotzdem total interessant oder mitreißend und spannend, auch wenn eben nichts Außergewöhnliches passieren kann.
Wenn ich mir dann die Grundidee dieser Storys anschaue, sind sie eigentlich recht einfach gestrickt. Warum gefallen sie mir dann also? Was gibt der Geschichte das gewisse etwas? Wodurch wird die Story spannend oder reißt den Leser mit?

Momentan versuche ich mich daran diese Fragen zu beantworten und in Kontext zu meiner Idee zu sehen. Was macht meine Idee aus? Würde sie anderen Lesern gefallen? Passiert überhaupt genug?

Ich glaube mir fällt es gerade einfach schwer, ohne diese unbegrenzten Möglichkeiten, die einem das Fantasygenre gibt, zu schreiben, aber trotzdem versuche ich nicht aufzugeben und hoffe mich wieder motivieren zu können, um an meinem Projekt „Ein Hauch von Vergangenheit“ weiterzuarbeiten.

xoxo
Alex

Kommentare:

  1. Hallo liebe Alex,

    das ist mal ein sehr interessanter Post.

    Ehrlich gesagt hatte ich solch einen Zwiespalt noch nie, weshalb es für mich umso spannender ist, darüber mal nachzudenken. Ich fühle beim ersten Entwickeln der Handlung, wo ich die Geschichte ansiedeln möchte und mein Bauchgefühl signalisiert mir dann sehr, sehr schnell, ob das gut oder blöd ist.

    Momentan geht es mir nämlich genau andersrum: Ich freue mich schon darauf, wenn ich meine Fantasy-Trilogie erst einmal beiseite legen kann und etwas "realistisches" schreiben kann, ohne Worldbuilding und allem, was daran hängt. Es macht Spaß, es eröffnet einem sehr viele Möglichkeiten, aber es ist auch anstrengend, an alles zu denken und eine innere Logik aufzubauen.

    Mein Gefühl sagt mir, dass von dem bisschen, was ich bisher von "Ein Hauch von Vergangenheit" gelesen habe, deine Entscheidung gut war. Es scheint ein gefühlvoller Roman zu werden, von dem die Fantasyaspekte ablenken könnten. Und das wäre schade, weil es wenig Romane gibt, die einen doch wirklich so richtig ins Herz treffen. Gefangen nehmen, begeistern, beschäftigen, ja. Aber nicht so berühren, dass man einen Book-Hangover hat.

    Vielleicht versucht du diese unbegrenzten Möglichkeiten in dem Rahmen, der dir zur Verfügung steht, zu suchen? Ja, der Rahmen bleibt, aber ich denke, dass man den schon sehr tief ausschöpfen kann :)

    Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg und drücke dir die Daumen, dass die Zweifel sich schnell verflüchtigen. Schick sie nach Askaban!

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Liebe Sarah,

      normalerweise war ich in dieser Art Zwiespalt auch noch nie, was aber wohl auch daran liegt, das meine Romanprojekte die ich auch wirklich ernsthaft ausarbeitet habe, immer im Fantasygenre lagen.
      Ich war mir bei meiner Entscheidung so sicher, dass es diesmal etwas anderes werden soll und anfangs fühlte es sich auch richtig an, bis irgendwann, wie immer bei mir, erste Zweifel kamen. Ich glaube jetzt habe ich es aber geschafft, diese beiseite zu schieben und nach Askaban zu verbannen :D
      Ich durchlebe gerade irgendwie schon eine Art Achterbahn der Gefühle mit meinem Romanprojekt und versuche natürlich auch Situationen zu schaffen, die man nicht in jedem zweiten Roman auffindet und mich an eigenen Erfahrungen zu orientieren.

      Fantasy benötigt, wie du schon sagtest, natürlich auch mehr Planung, während sich so etwas "realistisches" etwas "einfacher" schreibt. Das stimmt und ist natürlich auch eine gelungene Abwechslung. Daher plane ich auch jetzt schon, dass ich, wenn ich dieses Projekt irgendwann beende, danach entweder mein altes Fantasy oder Dystopien Projekt aufgreife.

      Es ist aber auch mal wirklich interessant zu hören, dass du zwar auch in mehreren Genren schreibst, diesem Problem bzw. Zweifel aber noch nie gegenüber standest.

      Vielen lieben Dank für deine aufmunternden Worte :)

      Liebe Grüße,
      Alex

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  2. Ich denke so einen Punkt erreicht man bei seiner Arbeit immer. Es ist hart, wenn es passiert, wenn man schon so viel Zeit und Mühe in eine Geschichte gesteckt hat, aber ich kenne das nur zu gut. Entweder muss man die Sache dann etwas Ruhen lassen und stellt mit etwas Abstand und "neuem Blick" fest, dass die Idee doch nicht so schlecht war und man einfach nur einen Anfall der typischen Künstler-Unsicherheit hatte oder man muss von vorne anfangen...

    Ich hoffe du findest für dich bald eine Lösung, mit der du auch wirklich zu frieden bist!

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    1. Liebe Christine,

      ich bin diese Situation auch eigentlich schon gewohnt, da ich sie schon mit anderen Projekten durchlebt habe. Mir wohnt generell eine Unsicherheit inne, die mich bei kreativen Arbeiten begleitet. Ich komme immer an einen Punkt wo ich mir etwas nicht mehr gefällt oder ich daran zweifel. Ob beim schreiben, wie hier, oder auch in der Fotografie oder der Gestaltung an sich.

      Ich glaube in diesem Fall hier habe ich jetzt meine Lösung gefunden. Ich bleibe bei meiner Entscheidung und habe lediglich kleine Änderungen vorgenommen, durch die ich mich gleich weniger eingeschränkt gefühlt habe.

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar.

      Liebe Grüße,
      Alex

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